CLiMA: Klimafreundlicher Reisanbau und nachhaltige Viehhaltung - Treibhausgasreduktion im Gangesdelta

BETEILIGTE PERSONEN

5.000

THEMA

Klimawandel, Lebenserwerb

ORT

Indien, Bangladesch

Laufzeit

2026-2029

GEFÖRDERT VON

Was sind die Herausforderungen?

Reisfelder und Rinder zählen in dieser Region zu den größten Quellen von Methan, einem Treibhausgas, das das Klima kurzfristig deutlich stärker aufheizt als CO₂. Gleichzeitig leiden gerade die Menschen, die hier Landwirtschaft betreiben, besonders unter den Folgen des Klimawandels.

Reis wächst meist auf dauerhaft überfluteten Feldern, wodurch große Mengen Methan entstehen. Für ein Kilogramm Reis werden 1.400 bis 2.500 Liter Wasser benötigt, doch Wasser wird zunehmend knapp, und mit jedem Grad Erwärmung sinken die Erträge um 10 bis 15 %. Die Last dieser Arbeit tragen vor allem Frauen: Sie leisten bis zu 80 % der Arbeit im Reisanbau. Das stundenlange Stehen im Wasser führt zu Hautkrankheiten, Rücken- und Gelenkschmerzen sowie Infektionen. In einer Befragung gaben 81 % der Frauen Rücken- und Knieschmerzen an.

Auch in der Viehhaltung liegt vieles im Argen. Mageres Futter lässt Rinder mehr Methan ausstoßen und weniger Milch geben, und offen gelagerter Dung zieht Fliegen und Mücken an, die Krankheiten verbreiten. In den Küchen vieler Familien wird zudem mit Brennholz und getrockneten Dungfladen gekocht. Der Rauch macht vor allem Frauen und Kinder krank, und Frauen und Mädchen in Indien verbringen rund 374 Stunden im Jahr allein mit dem Sammeln von Brennholz.

Hinzu kommen Armut und Ausgrenzung: Etwa ein Viertel der Menschen in den Projektgebieten lebt in großer Armut. Benachteiligte Gruppen und insbesondere Frauen haben kaum Zugang zu Beratung und staatlichen Förderprogrammen und werden selten an Entscheidungen in ihren Gemeinden beteiligt.

Dabei gibt es klimafreundliche Methoden längst, sie erreichen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bisher jedoch kaum. Je nach Gebiet kannten 60 bis 100 % der befragten Reisbäuerinnen und -bauern die wichtigste wassersparende Anbaumethode noch nicht. Das Interesse ist dagegen groß: Rund 70 % würden gern Wasser sparen, und 77 % interessieren sich für Biogas.


Was ist das Ziel des Projektes?

Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es, die Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft zu senken und Familien widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel zu machen. Das Projekt hilft 5.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Indien und Bangladesch, Reis und Vieh so zu bewirtschaften, dass weniger klimaschädliches Methan entsteht. Das Kochen wird auf eine klimafreundliche Methode umgestellt – ihr Alltag wird dabei leichter, gesünder und sicherer.

Im Reisanbau werden 3.100 Reisbäuerinnen und -bauern geschult, von denen mindestens 2.000 eine klimafreundliche Anbaumethode umsetzen. Auf Musterfeldern sinkt der Methanausstoß um bis zu 40 %. Zugleich geht bei 90 % der Reis-Haushalte der Wasserverbrauch um bis zu 30 % zurück, und der Einsatz von Spritzmitteln verringert sich um etwa 30 % pro Reissaison.

In der Viehhaltung werden 1.900 Tierhalterinnen und -halter gestärkt. Besseres Futter senkt auf Musterhöfen das Methan der Tiere um 20 bis 30 %.

Im Bereich Energie gehen 100 Biogasanlagen in Betrieb, und weitere 200 Haushalte nutzen Dung auf sauberere Weise. So entstehen in den Küchen deutlich weniger Rauch und Ruß.

Rund 70 % der direkt Beteiligten sind Frauen.


Was sind die Hauptaktivitäten?

Das Projekt setzt auf bewährte, einfache Techniken und auf Lernen von Nachbar zu Nachbar: Musterbetriebe zeigen zuerst, dass die Methoden funktionieren, und geben ihr Wissen dann an andere weiter.

1. Klimafreundlicher Reisanbau

  • Abwechselnd nass und trocken: Felder werden zwischendurch einige Tage trocken gelassen statt dauerhaft geflutet. Ein einfaches Rohr im Boden zeigt, wann wieder gewässert werden muss. Ergebnis: rund ein Viertel weniger Wasser, 30 bis 70 % weniger Methan, weniger Arbeit im stehenden Wasser.

  • Neue Reissorten: Staatlich gezüchtete Sorten wachsen schneller, brauchen weniger Wasser und erzeugen weniger Methan.

  • Reis und Fisch zusammen: Fische fressen Schädlinge und Unkraut, lockern den Boden und bringen rund 25 % mehr Nettoeinnahmen. Der Einsatz von Spritzmitteln sinkt, da diese den Fischen schaden würden.

2. Bessere Viehhaltung

  • Grünfutter und natürliche Zusätze: Nahrhafteres Futter und pflanzliche Zusätze (z. B. aus bestimmten Blättern oder Meeresalgen) senken das Methan der Rinder und steigern die Milchleistung.

  • Futter auf kleiner Fläche: In kleinen Gewächshäusern wächst Grünfutter ohne Erde, auf einem Bruchteil der sonst nötigen Fläche.

3. Saubere Energie aus Dung

  • Biogasanlagen: 100 Haushalte erhalten eine robuste Kleinanlage. Das Gas dient zum Kochen, der Rückstand als Dünger. Brennholz und Dungfladen entfallen, die Küche bleibt rauchfrei.

  • Besserer Umgang mit Dung: 200 weitere Haushalte lagern Dung trocken und abgedeckt, sodass weniger Methan entsteht.

4. Frauen stärken

  • Gründung eigener Energiegruppen durch Frauen

  • Trainings, um die eigene Meinung selbstbewusst zu vertreten

  • Sensibilisierung von Männern und Dorfvorstehern für Gleichberechtigung

5. Junge Klimahelferinnen und -helfer

  • Ausbildung junger Menschen aus den Dörfern zu „Climate Stewards“ in jedem Bezirk

  • Beratung der Familien und Hofbesuche

  • Dokumentation der Methan- und CO₂-Einsparungen mit einfachen Mitteln

  • Einspeisung der Daten in die Klimaplanung der Bezirke und der beiden Länder

Wissensvermittlung

  • Feldschulen auf den Musterhöfen und Besuche vor Ort

  • Radio, WhatsApp, Flyer und kurze Videos in Bangla und Hindi


Andere Projekte


Weiter
Weiter

Blaue Wirtschaft - Stärkung von Frauen durch Makhana-Anbau und Renaturierung von Feuchtgebieten in Bihar, Indien