Guardians of Freedom - Institutionelle und gemeinschaftsbasierte Prävention von Menschenhandel in Indien
BETEILIGTE PERSONEN
24.000
THEMA
Frauenrechte
ORT
Westbengalen, Chhattisgarh, Odisha
LAUFZEIT
2026-2030
GEFÖRDERT VON
Zusammenarbeit mit Behörden, Institutionen und der Polizei - ein starkes Team wird zu „Wächtern der Freiheit”
Was sind die Herausforderungen?
In drei Hotspot-Distrikten in Indien sind Kinder und Jugendliche – besonders Mädchen aus Adivasi-, Dalit- und ländlichen Gemeinschaften – akut durch Menschenhandel, Frühverheiratung, Schulabbruch und sexualisierte Gewalt bedroht. In Indien gibt es schätzungsweise 300.000 bettelnde Kinder, und jedes Jahr geraten rund 44.000 Kinder in die Fänge von Banden. Kinder machen etwa 40 Prozent der Prostituierten aus, und es wird geschätzt, dass über zwei Millionen Frauen und Kinder zum Zweck der sexuellen Ausbeutung in den Rotlichtvierteln Indiens leben. Zwischen 2017 und 2021 wurden insgesamt 14.269 Fälle registriert, wobei die tatsächliche Zahl der Fälle jedoch deutlich höher geschätzt wird. In allen drei Distrikten des Projekts und insbesondere in den Bundesstaaten ist Kinderhandel, Kindesentführung und die Zahl vermisster Kinder besonders hoch. In den drei Bundesstaaten liegt die Gesamtzahl der Kinder, die laut Regierungsangaben Opfer von Kinderhandel geworden sind, bei 2.132. Das entspricht nahezu 35 Kinder pro Monat, was fast 15 % aller Kinder sind, die in ganz Indien Opfer von Kinderhandel werden.
Was ist das Ziel des Projektes?
„Wächter der Freiheit” baut in 48 Dörfern ein gemeindebasiertes Schutzsystem auf: Mädchen- und Jungengruppen, Müttergruppen und „Wächterkomitees” werden befähigt, Risiken früh zu erkennen, Kinder zu schützen und Fälle an Polizei und Behörden zu melden. Parallel werden lokale Akteure (Polizei, Childline, Schule, CWC, DLSA) und zivilgesellschaftliche Organisationen so vernetzt und gestärkt, dass Schutzmechanismen über das Projektende hinaus tragen und in weiteren Distrikten angewendet werden können.
Was sind die wichtigsten Aktivitäten?
Stärkung von Kindern und Jugendlichen durch den Aufbau und der monatlichen Schulung von Mädchen- und Jungengruppen zu Rechten, Gleichstellung, Gesundheit, Gesetzen und Onlinesicherheit; Führungskräftetrainings für ausgewählte Jugendliche, die in ihren Dörfern Kampagnen anstoßen; Lerngruppen und Nachhilfe für benachteiligte Mädchen, damit sie in der Schule bleiben und vor Frühverheiratung geschützt sind.
Mobilisierung der Gemeinschaft durch den Aufbau und Begleitung von 48 Wächterkomitees und Müttergruppen; Gemeindefeste und Aufklärungsprogramme für rund 7.680 Eltern zu Kinderrechten und sicheren Lebenswegen; Jährliche 16-tägige Kampagnen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, mit Straßenspielen, Plakat- und Aufsatzwettbewerben; Schulcamps in 45 Schulen pro Jahr für Schüler:innen zu Schutzmaßnahmen.
Zusammenarbeit mit Behörden und Akteuren durch Sensibilisierungs- und Kapazitätsworkshops für Polizei, Childline, CWC, DLSA, Lehrkräfte undSozialarbeiter:innen auf Block- und Bezirksebene; Regelmäßige Folgetreffen und Distriktbesuche zur Sicherung der Fallmeldung und Rechenschaftspflicht; Entwicklung von Schulungsmodulen und IEC-Materialien in Bengali, Odiya und Hindi; Landesweite und überstaatliche Vernetzungs- und Verbreitungskonferenzen.
Stärkung der Zivilgesellschaft durch Trainings für Projektteams und Partner zu Safeguarding, gendersensibler Kommunikation und Resilienz; Austauschbesuche („Expositionsbesuche”) zwischen den Partnerorganisationen; Weitergabe der Trainings an weitere zivilgesellschaftliche Organisationen ab Jahr 3.
