Rasuwa und Nuwakot in Not – ein dringender Spendenaufruf für die Flutopfer in Nepal

 

Update am 22. Oktober 2026

In diesem kurzen Video, das Ende September gedreht wurde, erzählt Bindu Pariyar, Vorsitzende unseres Partners ADWAN, von der Situation vor Ort und bedankt sich herzlich für deine Hilfe. 🙏❤️

Deine Hilfe ermöglicht den betroffenen Familien, ein Stück Würde und Sicherheit zurückzugewinnen.

 

Update vom 12.10.2026

Wenn der Fluss zur Gefahr wird: Nepal erlebt erneut eine Flutkatastrophe

Am Morgen des 11. Oktober schoss eine gewaltige Flutwelle durch das Tal des Budhi Gandaki im Norden des Distrikts Gorkha. Binnen Minuten riss sie Häuser und Brücken mit sich, beschädigte Wasserkraftanlagen und trieb Menschen auf die Flucht, die ihr Zuhause hinter sich lassen mussten.

Nach aktuellem Stand werden fünf Menschen vermisst, 35 Häuser wurden zerstört. Bestätigte Todesopfer wurden bislang nicht gemeldet. Wir hoffen von Herzen, dass das so bleibt.

Vermutlich hatte ein Erdrutsch den Fluss zunächst aufgestaut, bis die natürliche Barriere plötzlich brach. Die genaue Ursache wird noch untersucht.

Hilfe aus der Luft und aus der Nachbarschaft

Armee, Polizei und lokale Behörden suchen nach den Vermissten. Hubschrauber bringen Nahrung, Zelte und Medikamente in abgelegene Dörfer, deren Brücken zerstört sind. Frühwarnungen haben vielen Familien geholfen, rechtzeitig auf höher gelegenes Gelände zu fliehen. Auch das Rote Kreuz, freiwillige Helferinnen und Helfer und Nachbargemeinden stehen den Betroffenen bei.

Die Gefahr ist jedoch noch nicht gebannt: Bildet sich flussaufwärts erneut eine Blockade, könnte es zu einer weiteren Flutwelle kommen.

Wir sind in Gedanken bei den Menschen vor Ort

Unser Netzwerk ADWAN ist im engen Austausch mit dem Himalayan Area Development Center (HADC), einer Partnerorganisation in der Region. So erfahren wir laufend, was die Menschen jetzt am dringendsten brauchen.

Unsere Gedanken sind bei allen, die in dieser Nacht ihr Zuhause, ihre Sicherheit oder Angehörige verloren haben oder um sie bangen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

 

Update vom 23. September 2026

Nepal: Nach der Flut beginnt der lange Weg des Wiederaufbaus

Die gute Nachricht zuerst: Alle Mitarbeitenden unserer Partnerorganisationen in Nepal sind wohlauf. Doch das Ausmaß der Zerstörung in den Regionen Rasuwa, Nuwakot und Dhading ist verheerend – ganze Siedlungen, Schulen und zahlreiche Brücken wurden von den Wassermassen fortgerissen.

Aktuell leisten lokale Hilfsorganisationen und Einsatzkräfte Nothilfe: Essen, Unterkunft, medizinische Versorgung. Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort müssen wir uns aber schon jetzt auf die Zeit danach vorbereiten.

Ram von Green Tara Nepal bringt es auf den Punkt: Die Soforthilfe laufe gut an, doch die Erfahrung zeige, dass das Interesse – und die Unterstützung – oft schon nach wenigen Monaten wieder abebbe.

Denn gerade Kinder sind nach einer solchen Katastrophe besonders gefährdet. Wo Schulen zerstört und Wege unpassierbar sind, fehlt es nicht nur an Bildung, sondern auch an geschützten Räumen. Diese Verletzlichkeit wird in Krisensituationen häufig ausgenutzt – unsere Partner arbeiten deshalb bereits mit den Behörden zusammen, um Kontrollpunkte gegen Kinderhandel einzurichten.

Genau hier setzt Karuna an. Wir sind keine Nothilfeorganisation – aber unsere langjährige Erfahrung an der Seite dieser Gemeinschaften hat uns gelehrt: Wenn die unmittelbare Aufmerksamkeit nachlässt, beginnt erst die eigentliche Arbeit. Deshalb haben wir den Wiederaufbau-Fonds ins Leben gerufen – damit wir bereitstehen, sobald unsere Partner mit dem Wiederaufbau von Lernräumen, Lebensgrundlagen und psychosozialer Unterstützung beginnen.

Wir halten Dich auf dem Laufenden und danken für Dein Vertrauen, dass Deine Spende dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

 

Blogpost vom 01. September 2026

Ein Bericht unserer lokalen Partnerorganisation ADWAN:

Am 29. August, kurz nach fünf Uhr morgens, brach unser Team aus Kathmandu auf. Im Gepäck: dringend benötigte Hilfsgüter für die Menschen in Betrawoti, Rasuwa, die kurz zuvor von verheerenden Überschwemmungen getroffen worden waren. Zwei Tage später, am 31. August, folgte eine weitere Fahrt nach Belkotgadhi im Distrikt Nuwakot. Beide Male war der Himmel dunkel, das Wetter unberechenbar, die Straßen kaum befahrbar. Nach fast sieben Stunden mühsamer Fahrt erreichte das Team die betroffenen Gebiete – und was sie dort sahen, lässt sich kaum in Worte fassen.

Wenn das Wasser weicht, bleibt die Verwüstung

Kinder helfen beim abladen der Nothilfsgüter in Betrawoti

Die Ufer des Flusses Betrawati tragen die Narben der Zerstörung. Häuser wurden weggerissen oder schwer beschädigt. Existenzen sind von einem Tag auf den anderen verschwunden. Familien wurden auseinandergerissen. Überall Menschen, die um Angehörige trauern, ihr Zuhause verloren haben oder alles, was sie sich über Jahrzehnte aufgebaut hatten. Manches Leid lässt sich nicht erklären – man kann es nur bezeugen und mitfühlen.

Vor Ort übergab das Team die mitgebrachten Hilfsgüter im Shelter von Bhimsensthan, in Anwesenheit lokaler Vertreter:innen und der Polizei. Eine kleine Geste, aber eine, die zählt: Eine Mahlzeit gibt Kraft. Medikamente verhindern weiteres Leid. Kleidung gibt ein Stück Würde zurück. Und eine helfende Hand zeigt einer trauernden Familie, dass sie nicht vergessen ist.

Die Nacht danach

Zurück in Kathmandu, blieben die Herzen des Teams in Rasuwa und Nuwakot. Der Schlaf fiel schwer. Immer wieder dieselben Bilder: das verwüstete Flussufer, die zerstörten Häuser, die trauernden Familien, die erschöpften, ängstlichen Gesichter. Und immer wieder dieselbe Frage: Wie sollen diese Familien ihr Leben wieder aufbauen? Wie sollen Menschen, die ihr Zuhause verloren haben, kurz vor den großen Festtagen ein Dach über dem Kopf finden? Wie sollen Eltern ihre Kinder ernähren, wenn ihre Existenzgrundlage weggespült wurde? Und vor allem: Wer steht diesen Familien noch bei, wenn die Kameras längst abgezogen sind und die öffentliche Aufmerksamkeit verblasst?

„Dies ist für uns alle eine zutiefst erschütternde und bedrückende Situation. Auch wenn ADWAN derzeit keine Projekte in den von der Flut betroffenen Gebieten durchführt, hat uns die Lage vor Ort emotional wie menschlich zutiefst berührt und erschüttert.

Ich habe mit unserem Team die Orte Betrawoti in Rasuwa und Belkotgadhi in Nuwakot besucht, um den betroffenen Familien dringend benötigte Unterstützung zu bringen. Wir verteilten Nahrungsmittel, Medikamente, Hygiene- und Sanitärartikel, Kleidung, Kochutensilien, Kochgas und Gasflaschen, Solarlampen, Schlafsäcke und weitere lebenswichtige Güter.

Was wir vor Ort erlebt haben, war überaus schmerzhaft und lässt sich kaum in Worte fassen. Ich kehrte mit schwerem Herzen und Tränen in den Augen zurück, tief berührt von dem Leid, den Verlusten und der Ungewissheit, mit denen die betroffenen Menschen konfrontiert sind.

“
— Kamal Pariyar, ADWAN Nepal

ADWAN Team, Nothilfe in Belkotgadhi

Mehr als eine akute Nothilfe

Eine Katastrophe endet nicht, wenn das Wasser zurückgeht. Für die betroffenen Familien geht die Krise weiter. Sie brauchen Nahrung und sauberes Trinkwasser, Medikamente und medizinische Grundversorgung, Kleidung, Decken und ein sicheres Dach über dem Kopf, sanitäre Einrichtungen und Schutz, psychosoziale Unterstützung, Hilfe beim Wiederaufbau ihrer Existenzgrundlage – und vor allem langfristige Unterstützung beim Wiederaufbau ihrer Häuser, ihrer Gemeinschaften und ihrer Zukunft. Die Nothilfe ist nur der erste Schritt. Die eigentliche Aufgabe beginnt danach: Familien auf dem Weg vom bloßen Überleben zur Erholung – und von der Erholung zu einer würdevollen, krisenfesten Zukunft zu begleiten.

Jetzt ist Deine Unterstützung gefragt

Mädchen mit Nothilfsgütern in Betrawoti

Wir wenden uns an alle, denen das Schicksal der Menschen in Rasuwa und Nuwakot nicht gleichgültig ist. Deine Spende hilft dabei, Nahrungsmittel und Haushaltsgegenstände, sauberes Trinkwasser, Medikamente, provisorische Unterkünfte, Kleidung und Hygieneartikel bereitzustellen – und besonders Frauen, Kinder und ältere Menschen zu schützen, die von der Katastrophe am härtesten getroffen wurden. Jeder Beitrag zählt, ganz gleich wie groß oder klein.

Und wer selbst nicht spenden kann, kann trotzdem etwas tun: diesen Aufruf teilen, Aufmerksamkeit schaffen, betroffene Gemeinschaften mit helfenden Organisationen in Verbindung bringen. Damit die Menschen in Rasuwa und Nuwakot nicht vergessen werden, wenn die erste Welle der Anteilnahme verebbt.

Lass uns gemeinsam Menschlichkeit zeigen. Hoffnung schenken. Würde bewahren. Leben retten. Und Familien beim Wiederaufbau helfen.

Deine Spende hilft Menschen, die in Nepal von der Flutkatastrophe betroffen sind. Viele haben alles verloren und müssen ihr Leben neu aufbauen.


 
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