Ungleichheiten reduzieren – für gewaltfreie Schulen

Thema:
Bildung, Stärkung von Frauen, Gewaltprävention

Ort:
Amravati, Bundesstaat Maharashtra, Indien

Projektlaufzeit:
01.04.2020 bis 30.03.2024

Erreichte Zielgruppe:
1.500 Mädchen, Jungen, Lehrkräfte und Eltern.

Herausforderungen

Die Diskriminierung von Mädchen und Frauen und geschlechts­spezifische Gewalt sind in Indien weit verbreitet. Um die Gleich­stellung der Geschlechter zu erreichen, genügt es daher nicht, lediglich mit Frauen oder Mädchen zu arbeiten. Die Arbeit mit Jungen und Männern ist ebenso wichtig. Da die Gemeinschaft männlich dominiert ist, ist es notwendig, dass Männer ihre Einstellung gegenüber Frauen reflektieren und ändern und Gleichstellung und Stärkung der Rolle der Frau verstehen. Männer und Jungen müssen erkennen, dass auch sie von einem gerechten und fairen Geschlechter­verhältnis profitieren werden. Gleichzeitig ist es notwendig, Frauen und Mädchen zu helfen, ihre Fähigkeiten und ihr Selbstvertrauen aufzubauen, um Diskriminierung und Gewalt zu begegnen. Deshalb arbeitet das Projekt sowohl mit Jungen und ihren Vätern als auch mit Mädchen und ihren Müttern. Die Sensibilisierung sowohl der männlichen als auch der weiblichen Lehrkräfte für die Unterstützung einer gewaltfreien Schulumgebung ist integraler Bestandteil des neuen Projekts.

Ziel des Projekts

Nach vier Jahren erleben 1.500 heranwachsende Mädchen und Jungen aus dem Distrikt Amravati in 20 „gewaltfreien Schulen“ eine verbesserte Gleichstellung der Geschlechter und haben mit Unterstützung von Lehrern und Eltern Widerstandsfähigkeit gegenüber Gewalt und Diskriminierung entwickelt.

Hauptaktivitäten

  • Lehrkräfte, heranwachsende Jungen und Väter werden sensibilisiert, um die normalisierte Diskriminierung von und Gewalt gegen Mädchen und Frauen zu begreifen.
  • Mütter werden sensibilisiert und heranwachsende Mädchen gestärkt, damit sie selbstbewusst werden und für ihre Rechte und ihr Wohlergehen kämpfen können.
  • „Gewaltfreie Schulen“ werden aufgebaut, in denen sich alle Schülerinnen und Schüler sicher und gleichermaßen unterstützt fühlen.
  • Heranwachsende Mädchen aus besonders gefährdeten Verhältnissen wohnen in einem guten Wohnheim – dem Solera Girls’ Home. Hier leben sie sicher und unterstützt, damit sie ihre Bildungsziele erreichen können.
 

Fallstudien/Wirkungsgeschichten

MayaMaya *

Kastenapartheid beginnt nicht erst im Erwachsenen­alter. Ohne Unter­stützung oder Zugang zu Bildung bleibt Dalit-Kindern und Kindern aus benachteiligten Dorfgemeinschaften oft nur eine Zukunft als ungelernte Arbeitskraft mit schlecht bezahlter und gefährlicher Arbeit, und Mädchen werden meist in eine Kinderehe abgeschoben.

Düsterer können die Zukunfts­aussichten für ein kleines Mädchen in Indien kaum sein: Als sie zwei Monate alt ist, stirbt ihre Mutter nach einem Selbstmordversuch. Danach lebt Maya bei ihrem Vater und ihrer neuen Stiefmutter – keine glückliche Situation. Als sie neun ist, stirbt der Vater. Die Einzige, die sich kümmern kann, ist die Großmutter. Sie kocht in einem Kindergarten für ganz geringen Lohn. Außer den Essensresten, die sie mit heimbringen kann, ist meist kein Geld da für weitere Nahrung. Sie leben in einer winzigen Hütte ohne Toilette und Wasser. Dabei ist Maya so eine gute Schülerin …

Jetzt ist Maya 11 Jahre alt und lebt seit einem Jahr umsorgt im von Karuna Deutschland geförderten Solera-Mädchenheim in Amravati. Sie wird in einer guten Schule gefördert und gefordert, hat im Mädchenheim ein liebevolles Zuhause und freut sich über die Freizeit­angebote dort. „Sie bezaubert uns alle“, sagt eine Betreuerin. Und die Großmutter hat wieder Hoffnung für Mayas Zukunft. Dank der Hilfe aus Deutschland.

 

* Name geändert

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