Selbst­verteidigung und Selbst­sicherheit

Mädchen und junge Frauen lernen Nein zu sagen

Thema:
Stärkung von Mädchen und Frauen

Ort:
Nagpur und Umgebung, Bundesstaat Maharashtra, Indien

Projektlaufzeit:
01.04.2020 bis 30.03.2022

Budget:
13.500 €

Erreichte Zielgruppe:
2.400 Mädchen und junge Frauen

Herausforderungen

Sich nicht angrabschen zu lassen, der ständigen Belästigung und den alltäglichen Anzüglichkeiten im Bus nicht hilflos ausgeliefert zu sein, sich überhaupt zu trauen, „NEIN!“ zu sagen, und sich gegen sexistische Gewalt zu wehren: das ist nicht selbstverständlich für indische Frauen und Mädchen. Sie sind aufgewachsen in dem Bewusstsein, dass sie den gesellschaftlichen Machtverhältnissen ausgeliefert sind. Und dass Männer machen können, was sie wollen.

Leider gibt es immer mehr Fälle von sexueller Gewalt und von brutalsten Vergewaltigungen in Indien. Über die grausamsten Morde lesen wir ja auch hier in der Zeitung. Daher gehört nach der Stärkung des Selbstbewusstseins auch die praktische Selbstverteidigung zum Programm.

Ziel des Projekts

Wir unterstützen Selbstverteidigungskurse für junge Mädchen und Frauen in Nagpur und Umgebung. Als erstes lernen sie, dass sie jedes Recht der Welt und auch des indischen Staates auf ihrer Seite haben. Und dass sie guten Grund haben, „NEIN!“ zu sagen. Dass sie sich nicht gefallen lassen müssen, beleidigend oder übergriffig angemacht zu werden. Die Mädchen lernen ihren Körper besser kennen und trainieren Haltung, Kraft und Körpersprache. Dadurch gewinnen sie an Selbstvertrauen und Mut, sich zu wehren.

Hauptaktivitäten

Die Selbstverteidigungskurse „Wenlido“ sind ein Teil des Prabodhini-Projektes in Nagpur, das Frauen und Kinder unterstützt. Statt zu resignieren und sich mit einem Leben in Armut und Unterdrückung, oft eben auch mit Gewalt, abzufinden, entstehen trotz aller Schwierigkeiten Kreativität und Lebensfreude und selbstbewusstes Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten. Die Mädchen und jungen Frauen lernen, mit diesen alltäglichen Situationen geschickt umzugehen und entwickeln eine verbale Schlagfertigkeit, die den Maulhelden ruhigstellt. Die effektivsten Tricks und Tritte werden immer wieder trainiert, um Angreifer abzuwehren, damit sie im Ernstfall sitzen.

Selbstverteidigungstraining

Fallgeschichte

Sheela aus Nagpur

Sheela (Name geändert) macht eine Ausbildung am Aryaloka-Computerinstitut. Dort konnte sie auch am Prabodhini-Selbst­verteidigungs­training teilnehmen. Sie erzählt: „Ich gehe jeden Tag zum Computer­institut. Dabei muss ich immer an einem Haus vorbei, wo ein Jugendlicher rumlungert. Immer wenn er mich sah, hat er blöde Sprüche gemacht und abfällige Kommentare über mich abgegeben. Zweimal hatte ich schon versucht, ihn zu stoppen, aber er machte immer weiter. Ich hasste es, dort vorbei zu müssen. Aber dann hab ich am Selbst­verteidigungs­kurs teilgenommen und ein paar Techniken gelernt. Beim nächsten Mal gab er wieder sexistische Kommentare in sehr vulgärer Sprache ab. Diesmal antwortete ich ihm mit lauter und starker Stimme, er solle damit aufhören. Er wurde sauer und rief: ,Wie kannst du es wagen, so mit mir zu reden!‘, und er fing an, mich zu bedrohen. Es gab Leute dort, die zuschauten, aber niemand hielt ihn auf. Aber wegen des Trainings war ich mutig genug, mich zu wehren, und ich schrie ihn an: ,Wag nicht mich anzufassen, sonst schlag ich dich!‘ Das hat ihn total überrascht. Er hat nicht von mir erwartet, dass ich so reagieren würde. Er merkte, wie wütend ich war und dass ich mir nichts gefallen lasse. Da hielt er die Klappe und ging in sein Haus. Seitdem hat er aufgehört, Kommentare abzugeben. Ich habe so sehr vom Selbst­verteidigungs­training profitiert. Ich bin zuversichtlich und lasse mich nicht mehr einschüchtern. Ich denke, dass ich jetzt mit (fast) jeder Situation von Gewalt umgehen kann.“

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Erscheint etwa viermal im Jahr.

 

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