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12.04.2021

Geschichte eines Wandels

 

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – Motilal Manjhi erzählt

Motilal Manjhi ist 50 Jahre alt und wohnt im Dorf Seripar Tola Musahari, das im Bezirk Nautan des Distrikts West-Champaran im Bundesstaat Bihar liegt, im Nordosten Indiens. Motilal besitzt kein eigenes Land und wohnt auf einem öffentlichen Grundstück. Er ist verheiratet und hat sechs Söhne und fünf Töchter. Drei Söhne und drei Töchter sind bereits verheiratet und leben mit eigenen Familien. Somit trägt er die Verantwortung für die Versorgung seiner Frau sowie der drei Söhne und zwei Töchter, die noch zuhause wohnen. Die Familie gehört zu den Musahar *. Motilal und seine Frau arbeiten als Tagelöhner auf einem nahegelegenen Grundstück, das einem Großbauern gehört.

Das Projektteam hat zu einem Treffen eingeladen.„Eines Tages kam ein Team der Phia Foundation in unser Dorf. Sie luden uns und andere Musahar-Familien zu einem Treffen ein. Sie sagten, es ginge darum, finanziell unabhängig zu werden und ein Leben in Würde und frei von Diskriminierung führen zu können.

Ich war neugierig, denn eigentlich träumten meine Frau und ich von einem besseren Leben als das, was wir als Tagelöhner führten: abhängig zu sein von einem Großbauern und nie zu wissen, wie die nächsten Tage werden, ob wir Arbeit haben werden und etwas Geld verdienen können, um für uns und die Kinder Essen und Kleidung kaufen zu können. Also ging ich zu dem Treffen.

Die Leute sagten: Wir bringen euch bei, wie man Gemüse anbaut, Bambus verarbeitet und Ziegen hält. Nicht nur die Männer, auch die Frauen sollten das lernen. Das ganze sei ein Projekt, um uns aus der Abhängigkeit von den Großbauern zu befreien und unseren Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften. Und sie erklärten uns, wie das ganze ablaufen soll. Dabei redeten sie sogar in unserem lokalen Dialekt zu uns, damit wir sie besser verstehen.

Sie beschrieben uns die Vorteile des Gemüseanbaus und zeigten mit Bildern, wie viel Geld wir verdienen können und was wir dafür tun müssen. Wir sollten Saatgut bekommen, das besonders für diesen Zweck geeignet ist. Fachleute sollten uns in regelmäßigen Schulungen die Techniken beibringen, die für einen wirtschaftlichen Anbau wichtig sind.

Ich sagte zu den Leuten: Wie sollen wir Gemüse anbauen? Wir haben ja noch nicht einmal ein Grundstück dafür. Die meisten anderen aus dem Dorf stimmten mir zu. Die Leute machten den Vorschlag, Land von Grundbesitzern zu pachten, von denen es in der Gegend einige gibt. Und denjenigen von uns, die keine Möglichkeit hatten, Land zu pachten, oder die aus anderen Gründen kein Gemüse anbauen konnten, zum Beispiel weil sie gesundheitlich oder körperlich nicht dazu in der Lage waren, versprachen sie, dass sie zumindest für einen kleinen Küchengarten verbessertes Saatgut bekommen sollten. Wir sollten alle darüber nachdenken, ob wir bei diesem Projekt mitmachen wollten. In vier Tagen sollte es dann ein weiteres Treffen geben.

Das Grundstück wird begutachtetMeine Frau und ich, wir wollten unbedingt mitmachen. Noch vor Ablauf der vier Tage hatte ich von meinem Vermieter ein kleines Stück Land gepachtet. 19 Familien waren beim nächsten Treffen dabei. Sie wollten es zumindest bis zur ersten Ernte ausprobieren und die neuen Anbautechniken erlernen.

Und so begannen wir, mit der ganzen Familie das Land für die erste Aussaat vorzubereiten. Als wir soweit waren, bekamen wir von dem Phia-Team Saatgut für Okra-Schoten, verschiedene Kürbissorten, Spinat und Rettich. In den Schulungen lernten wir alles, was wir über den Anbau wissen mussten. Wir haben gelernt, wie wir Dünger und Mittel gegen Schädlinge aus Pflanzen selbst herstellen können und wann und wie wir die Mittel ausbringen müssen, damit alles gut wachsen kann. Wir haben uns sehr bemüht, alles richtig zu machen.

Jetzt beginnt die Saat zu keimen und die ersten Blätter sind zu sehen. Wir sind sehr glücklich, dass wir uns so entschieden haben. Es ist das erste Mal, dass wir selbst Gemüse ausgesät haben. Die Kinder schauen jeden Morgen, ob die Pflanzen wieder ein Stück gewachsen sind. Und meine Frau und ich hoffen, dass wir in ein paar Wochen schon die ersten Früchte essen und vielleicht auch verkaufen können.“

Das Gemüse gedeiht prächtig.

 

* Musahar (wörtlich: Rattenesser) nennt man in Indien Menschen, die in eine Kaste geboren wurden, die mit zu den untersten der diskriminierten Kasten gehört. Sie werden gesellschaftlich ausgegrenzt und wohnen an den Stadträndern oder in eigenen Dörfern. In der Regel besitzen sie kein eigenes Grundstück. Die meisten von ihnen leben in Bihar, dem ärmsten Bundesstaat Indiens. Viele Musahar-Kinder gehen nicht zur Schule, weil sie von den anderen Kindern gemieden oder gemobbt werden oder weil ihre Eltern kein Geld dafür haben. Die Eltern verrichten – wenn sie überhaupt Arbeit bekommen – oft schlecht bezahlte Tätigkeiten, die niemand aus den höheren Kasten verrichten möchte. Oder sie verjagen die Ratten von den Feldern der Bauern – und essen sie manchmal auch heute noch, wenn sie sonst hungern müssten.

Motilal Manjhi ist 50 Jahre alt und wohnt im Dorf Seripar Tola Musahari, das im Bezirk Nautan des Distrikts West-Champaran im Bundesstaat Bihar liegt, im Nordosten Indiens. Motilal besitzt kein eigenes Land und wohnt auf einem öffentlichen Grundstück. Er ist verheiratet und hat sechs Söhne und fünf Töchter. Drei Söhne und drei Töchter sind bereits verheiratet und leben mit eigenen Familien. Somit trägt er die Verantwortung für die Versorgung seiner Frau sowie der drei Söhne und zwei Töchter, die noch zuhause wohnen. Die Familie gehört zu den Musahar *. Motilal und seine Frau arbeiten als Tagelöhner auf einem nahegelegenen Grundstück, das einem Großbauern gehört.

Das Projektteam hat zu einem Treffen eingeladen.„Eines Tages kam ein Team der Phia Foundation in unser Dorf. Sie luden uns und andere Musahar-Familien zu einem Treffen ein. Sie sagten, es ginge darum, finanziell unabhängig zu werden und ein Leben in Würde und frei von Diskriminierung führen zu können.

Ich war neugierig, denn eigentlich träumten meine Frau und ich von einem besseren Leben als das, was wir als Tagelöhner führten: abhängig zu sein von einem Großbauern und nie zu wissen, wie die nächsten Tage werden, ob wir Arbeit haben werden und etwas Geld verdienen können, um für uns und die Kinder Essen und Kleidung kaufen zu können. Also ging ich zu dem Treffen.

Die Leute sagten: Wir bringen euch bei, wie man Gemüse anbaut, Bambus verarbeitet und Ziegen hält. Nicht nur die Männer, auch die Frauen sollten das lernen. Das ganze sei ein Projekt, um uns aus der Abhängigkeit von den Großbauern zu befreien und unseren Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften. Und sie erklärten uns, wie das ganze ablaufen soll. Dabei redeten sie sogar in unserem lokalen Dialekt zu uns, damit wir sie besser verstehen.

Sie beschrieben uns die Vorteile des Gemüseanbaus und zeigten mit Bildern, wie viel Geld wir verdienen können und was wir dafür tun müssen. Wir sollten Saatgut bekommen, das besonders für diesen Zweck geeignet ist. Fachleute sollten uns in regelmäßigen Schulungen die Techniken beibringen, die für einen wirtschaftlichen Anbau wichtig sind.

Ich sagte zu den Leuten: Wie sollen wir Gemüse anbauen? Wir haben ja noch nicht einmal ein Grundstück dafür. Die meisten anderen aus dem Dorf stimmten mir zu. Die Leute machten den Vorschlag, Land von Grundbesitzern zu pachten, von denen es in der Gegend einige gibt. Und denjenigen von uns, die keine Möglichkeit hatten, Land zu pachten, oder die aus anderen Gründen kein Gemüse anbauen konnten, zum Beispiel weil sie gesundheitlich oder körperlich nicht dazu in der Lage waren, versprachen sie, dass sie zumindest für einen kleinen Küchengarten verbessertes Saatgut bekommen sollten. Wir sollten alle darüber nachdenken, ob wir bei diesem Projekt mitmachen wollten. In vier Tagen sollte es dann ein weiteres Treffen geben.

Das Grundstück wird begutachtetMeine Frau und ich, wir wollten unbedingt mitmachen. Noch vor Ablauf der vier Tage hatte ich von meinem Vermieter ein kleines Stück Land gepachtet. 19 Familien waren beim nächsten Treffen dabei. Sie wollten es zumindest bis zur ersten Ernte ausprobieren und die neuen Anbautechniken erlernen.

Und so begannen wir, mit der ganzen Familie das Land für die erste Aussaat vorzubereiten. Als wir soweit waren, bekamen wir von dem Phia-Team Saatgut für Okra-Schoten, verschiedene Kürbissorten, Spinat und Rettich. In den Schulungen lernten wir alles, was wir über den Anbau wissen mussten. Wir haben gelernt, wie wir Dünger und Mittel gegen Schädlinge aus Pflanzen selbst herstellen können und wann und wie wir die Mittel ausbringen müssen, damit alles gut wachsen kann. Wir haben uns sehr bemüht, alles richtig zu machen.

Jetzt beginnt die Saat zu keimen und die ersten Blätter sind zu sehen. Wir sind sehr glücklich, dass wir uns so entschieden haben. Es ist das erste Mal, dass wir selbst Gemüse ausgesät haben. Die Kinder schauen jeden Morgen, ob die Pflanzen wieder ein Stück gewachsen sind. Und meine Frau und ich hoffen, dass wir in ein paar Wochen schon die ersten Früchte essen und vielleicht auch verkaufen können.“

Das Gemüse gedeiht prächtig.

 

* Musahar (wörtlich: Rattenesser) nennt man in Indien Menschen, die in eine Kaste geboren wurden, die mit zu den untersten der diskriminierten Kasten gehört. Sie werden gesellschaftlich ausgegrenzt und wohnen an den Stadträndern oder in eigenen Dörfern. In der Regel besitzen sie kein eigenes Grundstück. Die meisten von ihnen leben in Bihar, dem ärmsten Bundesstaat Indiens. Viele Musahar-Kinder gehen nicht zur Schule, weil sie von den anderen Kindern gemieden oder gemobbt werden oder weil ihre Eltern kein Geld dafür haben. Die Eltern verrichten – wenn sie überhaupt Arbeit bekommen – oft schlecht bezahlte Tätigkeiten, die niemand aus den höheren Kasten verrichten möchte. Oder sie verjagen die Ratten von den Feldern der Bauern – und essen sie manchmal auch heute noch, wenn sie sonst hungern müssten.

Motilal Manjhi ist 50 Jahre alt und wohnt im Dorf Seripar Tola Musahari, das im Bezirk Nautan des Distrikts West-Champaran im Bundesstaat Bihar liegt, im Nordosten Indiens. Motilal besitzt kein eigenes Land und wohnt auf einem öffentlichen Grundstück. Er ist verheiratet und hat sechs Söhne und fünf Töchter. Drei Söhne und drei Töchter sind bereits verheiratet und leben mit eigenen Familien. Somit trägt er die Verantwortung für die Versorgung seiner Frau sowie der drei Söhne und zwei Töchter, die noch zuhause wohnen. Die Familie gehört zu den Musahar *. Motilal und seine Frau arbeiten als Tagelöhner auf einem nahegelegenen Grundstück, das einem Großbauern gehört.

Das Projektteam hat zu einem Treffen eingeladen.„Eines Tages kam ein Team der Phia Foundation in unser Dorf. Sie luden uns und andere Musahar-Familien zu einem Treffen ein. Sie sagten, es ginge darum, finanziell unabhängig zu werden und ein Leben in Würde und frei von Diskriminierung führen zu können.

Ich war neugierig, denn eigentlich träumten meine Frau und ich von einem besseren Leben als das, was wir als Tagelöhner führten: abhängig zu sein von einem Großbauern und nie zu wissen, wie die nächsten Tage werden, ob wir Arbeit haben werden und etwas Geld verdienen können, um für uns und die Kinder Essen und Kleidung kaufen zu können. Also ging ich zu dem Treffen.

Die Leute sagten: Wir bringen euch bei, wie man Gemüse anbaut, Bambus verarbeitet und Ziegen hält. Nicht nur die Männer, auch die Frauen sollten das lernen. Das ganze sei ein Projekt, um uns aus der Abhängigkeit von den Großbauern zu befreien und unseren Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften. Und sie erklärten uns, wie das ganze ablaufen soll. Dabei redeten sie sogar in unserem lokalen Dialekt zu uns, damit wir sie besser verstehen.

Sie beschrieben uns die Vorteile des Gemüseanbaus und zeigten mit Bildern, wie viel Geld wir verdienen können und was wir dafür tun müssen. Wir sollten Saatgut bekommen, das besonders für diesen Zweck geeignet ist. Fachleute sollten uns in regelmäßigen Schulungen die Techniken beibringen, die für einen wirtschaftlichen Anbau wichtig sind.

Ich sagte zu den Leuten: Wie sollen wir Gemüse anbauen? Wir haben ja noch nicht einmal ein Grundstück dafür. Die meisten anderen aus dem Dorf stimmten mir zu. Die Leute machten den Vorschlag, Land von Grundbesitzern zu pachten, von denen es in der Gegend einige gibt. Und denjenigen von uns, die keine Möglichkeit hatten, Land zu pachten, oder die aus anderen Gründen kein Gemüse anbauen konnten, zum Beispiel weil sie gesundheitlich oder körperlich nicht dazu in der Lage waren, versprachen sie, dass sie zumindest für einen kleinen Küchengarten verbessertes Saatgut bekommen sollten. Wir sollten alle darüber nachdenken, ob wir bei diesem Projekt mitmachen wollten. In vier Tagen sollte es dann ein weiteres Treffen geben.

Das Grundstück wird begutachtetMeine Frau und ich, wir wollten unbedingt mitmachen. Noch vor Ablauf der vier Tage hatte ich von meinem Vermieter ein kleines Stück Land gepachtet. 19 Familien waren beim nächsten Treffen dabei. Sie wollten es zumindest bis zur ersten Ernte ausprobieren und die neuen Anbautechniken erlernen.

Und so begannen wir, mit der ganzen Familie das Land für die erste Aussaat vorzubereiten. Als wir soweit waren, bekamen wir von dem Phia-Team Saatgut für Okra-Schoten, verschiedene Kürbissorten, Spinat und Rettich. In den Schulungen lernten wir alles, was wir über den Anbau wissen mussten. Wir haben gelernt, wie wir Dünger und Mittel gegen Schädlinge aus Pflanzen selbst herstellen können und wann und wie wir die Mittel ausbringen müssen, damit alles gut wachsen kann. Wir haben uns sehr bemüht, alles richtig zu machen.

Jetzt beginnt die Saat zu keimen und die ersten Blätter sind zu sehen. Wir sind sehr glücklich, dass wir uns so entschieden haben. Es ist das erste Mal, dass wir selbst Gemüse ausgesät haben. Die Kinder schauen jeden Morgen, ob die Pflanzen wieder ein Stück gewachsen sind. Und meine Frau und ich hoffen, dass wir in ein paar Wochen schon die ersten Früchte essen und vielleicht auch verkaufen können.“

Das Gemüse gedeiht prächtig.

 

* Musahar (wörtlich: Rattenesser) nennt man in Indien Menschen, die in eine Kaste geboren wurden, die mit zu den untersten der diskriminierten Kasten gehört. Sie werden gesellschaftlich ausgegrenzt und wohnen an den Stadträndern oder in eigenen Dörfern. In der Regel besitzen sie kein eigenes Grundstück. Die meisten von ihnen leben in Bihar, dem ärmsten Bundesstaat Indiens. Viele Musahar-Kinder gehen nicht zur Schule, weil sie von den anderen Kindern gemieden oder gemobbt werden oder weil ihre Eltern kein Geld dafür haben. Die Eltern verrichten – wenn sie überhaupt Arbeit bekommen – oft schlecht bezahlte Tätigkeiten, die niemand aus den höheren Kasten verrichten möchte. Oder sie verjagen die Ratten von den Feldern der Bauern – und essen sie manchmal auch heute noch, wenn sie sonst hungern müssten.

 

Wie diese Geschichte weitergeht, berichten wir am Ende des Projektberichts.

 

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