Aktuelles

07.02.2020

Selbstverteidigung für Mädchen in Indien

Jahresbericht 2019 des Prabodhini-Projekts in Nagpur

Die Selbstverteidigungskurse „Wenlido“ sind ein Teil des Prabodhini-Projekts in Nagpur, das Frauen und Mädchen dabei unterstützt, mit belastenden sozialen Verhältnissen besser umzugehen. Als erstes lernen sie, dass sie Rechte haben und dass es gesetzliche Rahmenbedingungen zu ihrem Schutz gibt. Dass sie sich nicht gefallen lassen müssen, wenn sie übergriffig angemacht oder angegrapscht werden. Sie lernen, mit diesen alltäglichen Situationen geschickt umzugehen und eine verbale Schlagfertigkeit zu entwickeln, die den Maulhelden bloßstellt. Mädchen werden immer noch extrem benachteiligt in Indien. Dabei scheint der zunehmende Frauen-Mangel den Druck und die Gewalt eher noch zu verschlimmern. Deshalb es ist wichtig, Selbstbewusstsein zu stärken und Techniken zu vermitteln, mit denen Mädchen und Frauen sich schützen können.

Highlights

Geschichten von Rani und Anchal

Rani ist 18 Jahre alt und stammt aus sehr armen Verhältnissen. Ihre Mutter war psychisch krank, weshalb sie ihre Familie verlassen musste. Rani blieb bei ihrer Tante und wurde dort im Alter von 12 und 13 Jahren von ihrem Cousin missbraucht. Sie konnte darüber nicht sprechen. Dies änderte sich erst, als sie einen Workshop für Selbstverteidigung besuchte. Das Training bot ihr eine Chance, erstmals über ihre Missbrauchserfahrung zu sprechen. Rani sagt, früher habe sie Angst vor Jungen und Männern gehabt und konnte nicht mit ihnen sprechen. Das ist jetzt anders, sie kann nicht nur mit Jungen sprechen, sondern sich gegebenenfalls auch wehren!

Auch Anchal hat uns berichtet, dass sie durch das Selbstverteidigungstraining verschiedene Tricks gelernt hat, mit deren Hilfe sie selbstbewusst in der Öffentlichkeit auftreten kann. So viele Male wurde sie früher aufdringlich angestarrt und fühlte sich hilflos. Heute kann sie das leicht stoppen.

Zivilcourage

Warsha und Anjali haben sich für ihre eigene Sicherheit und die vieler anderer Menschen eingesetzt. Es braucht immer Mut und die passenden Fähigkeiten, um sich zu wehren. Anjali schlug einen Nachbarn in die Flucht, der sie in ihrer eigenen Hütte sexuell belästigt hat. Warsha hingegen brachte den Busfahrer zur Vernunft, der durch seinen halsbrecherischen Fahrstil die Sicherheit aller Menschen im Bus aufs Spiel setzte. Das war möglich, nachdem sie im Selbstverteidigungskurs Selbstbewusstsein bekommen und Gesprächstechniken gelernt haben.

Amrapali beendet ihre Ausbildung

Amrapali wurde von einem engen Verwandten sexuell belästigt. Dadurch fühlte sie sich immer unsicherer, sie wurde depressiv und ängstlich und gab schließlich ihre Ausbildung auf. Durch den Selbstverteidigungskurs hat sie Vieles gelernt, das ihr Selbstvertrauen gestärkt hat. Die Trainer von Prabodhini waren die ersten, denen sie schließlich von dem Vorfall erzählte, und dann, nach neun Monaten, fühlte sie sich wie von einer Last befreit. Heute ist sie selbstbewusst und in der Lage sich gegen Angriffe zu behaupten: „Ich werde meine Ausbildung abschließen und ein glückliches Leben führen. Dank dem Prabodhini-Projekt.“

 

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