Aktuelles

09.02.2020

Newsletter Februar 2020

Liebe Freundin, lieber Freund von Karuna,

das vergangene Jahr war wieder ein erfolgreiches Jahr für Karuna. Die Projekte haben sich sehr erfreulich weiterentwickelt, was beim Projektbesuch Ende letzten Jahres offenkundig wurde. Insgesamt hat Karuna 2019 fast 30.000 Menschen unterstützt: 2.947 Mädchen, 2.429 Jungen, 16.572 Frauen, 7.627 Männer.

Hier zwei Beispiele:

  • Starke Mädchen (und Jungen) Nepal

    Es war sehr berührend zu sehen, was sich durch unser Projekt schon verbessert hat, besonders auch die Mädchen wiederzutreffen, die die Mayadevi-Schule schon 2016 besucht haben. Damals gab es hier so gut wie nichts: keine Lehrkräfte, kein Schulmaterial, keine Tische. Nur einen einsamen Schulleiter und einige Kinder.

    Heute ist Mayadevi eine blühende Schule mit fünf engagierten Lehrerinnen und 84 Kindern. Der Schulleiter hat es mit Hilfe der Projektpartner geschafft, die Schulbehörden zu bewegen, ein Toilettenhaus zu bauen und mehr Lehrkräfte einzustellen. Fehlende Toiletten sind ein wichtiger Grund, warum Mädchen nicht zur Schule gehen. Durch das Projekt gibt es jetzt auch didaktisch sinnvolles Lehrmaterial.

    Für die Mädchen gibt es nun Clubs, in denen sie Unterstützung bei den Hausaufgaben bekommen und zusammen Spaß haben. Sport, gesundheitliche Aufklärung und Menstruationshygiene gehören auch dazu. Sie lernen, dass die Menstruation etwas ganz Normales und Natürliches ist und kein Grund, die Schule zu verpassen. Sehr weit verbreitet sind nach wie vor Aberglaube und Tabus, und menstruierende Frauen werden auch in Nepal als unrein und unheilbringend angesehen. Mädchen lernen somit früh, dass etwas mit ihnen nicht in Ordnung sei und dass sie als Mädchen weniger wert als Jungen seien. Die Mädchenclubs stärken daher Selbstbewusstsein und ein positives Körpergefühl.

    Auch die Mütter der Mädchen engagieren sich. Sie erwirtschaften kleine Einkommen in Selbsthilfegruppen, wodurch sie zum ersten Mal in ihrem Leben eigene Entscheidungen treffen können. Dadurch können sie ihre Töchter dabei unterstützen, länger zur Schule zu gehen. Dieser ganzheitliche Ansatz macht das Projekt so erfolgreich.

  • Konferenz zum Abschluss des Maitri-Netzwerk-Projekts

    Die Maitri-Partnerorganisationen haben Ende November die indienweite Konferenz „Women speaking from margins – Marginalisierte Frauen sprechen“ – in der Universität Pune veranstaltet. Das Ergebnis der zweitägigen Konferenz sind Forderungen an Politik und Verwaltung zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Weitere wichtige Themen waren z. B. sogenannte Ehrenmorde, sexuelle Ausbeutung wegen der Kastenzugehörigkeit, und die zusätzlichen Diskriminierungen, denen sich muslimische, Dalit-Frauen und Frauen aus indigenen Stämmen gegenübersehen. Über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich ausgetauscht, darunter Frauen, die in der indischen Gesellschaft sonst nicht zu Wort kommen.

    Besonders beeindruckt hat mich Bhanwari Devi, die 1992 als junge Frau eine Gruppenvergewaltigung überlebt hat. Anders als die meisten Opfer sexueller Gewalt hat sie es geschafft, dass die Täter am Ende vor Gericht standen und verurteilt wurden. Dieser Kampf hat ihr viele Opfer abverlangt: Ihre Familie hat sich abgewandt und sie wurde sozial geächtet. Heute verdanken indische Frauen ihrer Hartnäckigkeit, dass die Gesetzgebung zugunsten der Frauenrechte entscheidend verbessert wurde.

    Wir arbeiten daran, dass das Maitri-Netzwerk-Projekt in diesem Jahr in eine neue Phase gehen kann. Denn der Kampf gegen Gewalt an Frauen ist leider noch lange nicht gewonnen.

Zuwachs bei Karuna

Seit Januar 2020 haben wir eine neue Mitarbeiterin. Pratibha Singh arbeitet als Referentin für Entwicklungszusammenarbeit und verstärkt uns in vielerlei Hinsicht. Sie ist gebürtige Inderin und hat einen Master in Public Policy an der Universität Erfurt im Rahmen eines DAAD-Stipendiums absolviert. Pratibha hat Berufserfahrung in Indien, Thailand und Deutschland und hat im Bereich Gendergerechtigkeit, Klimawandel, Konfliktmanagement und Migration gearbeitet. Sie ist auch Referentin für entwicklungspolitische Bildungsarbeit bei Bildung trifft Entwicklung. Außerdem schreibt sie regelmäßig Artikel über Südasien für verschiedene Zeitschriften. Sie freut sich über ihr Engagement bei Karuna Deutschland und setzt sich für eine weltoffene, gleichberechtigte sowie kooperative Entwicklungszusammenarbeit ein. Herzlich willkommen, Pratibha!

Vielen Dank für Deine Unterstützung und herzliche Grüße von

Susanne Traud-Dubois und dem Team von Karuna Deutschland

Aktuelles aus den Projekten – Jahresberichte 2019

 

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