Die grüne Tara räumt auf mit dem Menstruationstabu

 

Veröffentlicht am 16. Oktober 2024

Gemälde von Dh Bodhimitra

Die grüne Tara ist im tibetischen Buddhismus eine beliebte Bodhisattva, ein Wesen, das nach tiefster Weisheit strebt. Ihr Name kann als „die grüne Befreierin” verstanden werden. Sie hat der Legende nach in einem früheren Leben geschworen, dass sie die Buddhaschaft in einem weiblichen Körper erlangen wird. Was für eine passende Leitfigur für diese Mission!

Unsere erste Vorsitzende, Susanne Traud-Dubois, war Anfang Oktober in Nepal und hat dort zusammen mit unserem Projektpartner Green Tara Nepal unser Projekt „Würde für Frauen in Nepal” besucht und die externe Gutachterin bei der Evaluierung begleitet. Trotz heftiger Regengüsse und vielen Erdrutschen hat sie sich mit dem Team auf gefährlichen Straßen... eher Pisten an steilen Abhängen per Jeep und Miniflieger bis ins entlegene und schwer zugängliche West-Nepal durchgeschlagen. Zum Glück ist sie sehr robust, während andere Teammitglieder reisekrank gelitten haben 😖, hat sie die Landschaft genossen 😊.  Schau Dir dazu hier die tollen Fotos an!

Unser erstes, derzeitiges Projekt endet zum 30. April 2025. Wir sind dabei, einen neuen Projektantrag beim BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zu stellen. Das neue Projekt soll im Mai 2025 beginnen und über vier Jahre laufen.

Das laufende Projekt fand in zwei Distrikten statt: Bajhang und Bajura.

In Bajhang hat die Gemeinschaft einen sehr umwälzenden Wandel vollzogen und kann als sehr erfolgreich bewertet werden. Davon zeugt die Geschichte von Bimal Chauhan.

 

Bimal Chauhan ist ein traditioneller Heiler, ein Dhami

Bimal Chauhan

Er ist 66 Jahre alt, lebt in Bajhang und erzählt uns: „Das Dignity Project hat eine bemerkenswerte Rolle dabei gespielt, unsere Sichtweise auf die Menstruation zu verändern. 

Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, menstruierende Frauen im Haus zu behalten, um ihre Sicherheit und ihr Wohlbefinden zu gewährleisten. Es ist in dieser Zeit sehr wichtig, ihnen nahrhafte Lebensmittel wie Joghurt und Milch anzubieten. Ich habe mir sehr zu Herzen genommen, was ich in den Projekt-Workshops lernen konnte und habe nun aufgehört, schädliche Bräuche zu praktizieren. So behandele ich Frauen nicht mehr als unberührbar. Bisher habe ich an drei Programmen teilgenommen. Durch die Schulungen habe ich erkannt, dass die Menstruation ein natürlicher Prozess ist und nicht stigmatisiert werden sollte. Und dass nicht die Frauen Schuld sind, wenn jemand krank wird. Obwohl ich ein Dhami bin, ein Anhänger des großen Gottes, verstehe ich das Leid, das Frauen in der Vergangenheit aufgrund dieser Praktiken ertragen haben." 

Im Distrik Bajura ist der Versuch, die Verhaltensweisen zu ändern, zäher vonstatten gegangen. Dort ist noch deutlich mehr Anhaftung an die alten Bräuche zu erleben, auch nach 3 Jahren des laufenden Projekts. Die Gründe dafür können vielfältig sein und werden vom Projektteam genauer untersucht.

Uns zeigt dieser Sachverhalt, wie wichtig die Bemühungen des Projekts sind! Es braucht einen langen Atem und Geschicklichkeit, um die Menschen nachhaltig zu überzeugen, dass diese gewünschten Veränderungen zum Wohle der ganzen Gemeinschaft beitragen werden.

Darum sind wir enthusiastisch, den Neuantrag für 2025 beim BMZ zu stellen, um noch mehr Frauen in Nepal nachhaltig stärken zu können!

 

Die Geschichte des Menstruationstabus

Foto: Pixabay

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Diese Fragen beantworten wir Dir unten im Aufklappmenü genauer!


 
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