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Bildung für Dalit-Kinder
Bildungsprojekt der Dharma Chakra Mission
in Bodhgaya
Karuna Deutschland e.V. hat ein weiteres Projekt zur Unterstützung angenommen, das Schulprojekt der Dharma Chakra Mission in Bodhgaya. Bodhgaya liegt in Bihar, das ärmste Bundesland im Norden Indiens. Hier leben viele Dalits, wie sich die ehemals Unberührbaren heute nennen, unter meist sehr schlechten Bedingungen. Seit der indischen Unabhängigkeit ist die Diskriminierung aufgrund der Kastenzugehörigkeit zwar verboten, sie ist dennoch weiterhin verbreitet. So haben Dalits nach wie vor schlechtere Bildungschancen als der Rest der Bevölkerung. Die meisten Dalits sind einfache Arbeiter und damit Tagelöhner und müssen ihr Leben lang um etwas wirtschaftliche und soziale Sicherheit kämpfen. Dabei bilden die Dalits knapp ein Viertel der indischen Bevölkerung.

Grundschulklasse vor dem Behelfsgebäude in Pramoddasguptanagar
Die Dharma Chakra Mission
Die Dharma Chakra Mission (DCM) betreibt eine private Schule für bedürftige Kinder des Dorfes Pramoddasguptanagar. Hier leben Dalit Kleinbauern, die nebenher noch auf den Feldern von Großbauern arbeiten müssen. Vom Lehrer Rajesh Bauddh (selber mit Dalit-Herkunft) begründet, fördert dieses Projekt die Bildung besonders von Dalitkindern. In dieser Gruppe sind auch heute noch ca. 60% Analphabeten. Damit die Kinder eine Chance haben, ihr Leben einmal menschenwürdig zu gestalten und auch am sozialen Aufstieg teilhaben können, brauchen sie eine gute Schulbildung. Das staatliche indische Schulsystem ist jedoch in einem desolaten Zustand. Die Klassen sind sehr groß, Lehrer unterbezahlt und daher wenig engagiert und das Niveau des Unterrichts oft sehr dürftig. Infolgedessen schicken Eltern, die sich das nur irgendwie erlauben können, ihre Kinder auf kostspielige Privatschulen. Das können sich arme Eltern wie die meisten Dalits nicht leisten. Daher versucht das Schulprojekt der Dharma Chakra Mission, diesen Kindern eine qualitativ hochwertige Schulbildung ohne das übliche Schulgeld zu ermöglichen.
Jahrhundertelange Diskriminierung
Außerdem führt das DCM-Team regelmäßige Aufklärungskampagnen in den umliegenden Dörfern durch. Hier werden die Menschen über die Wichtigkeit von Bildung, besonders des Schulbesuchs von Mädchen, Hygiene und Gesundheitsvorsorge informiert. Da die Dalits durch die jahrhundertelange Diskriminierung vergleichsweise rückständig sind, sind Kinderheiraten sehr häufig und Eltern legen oft nicht viel Wert auf eine fundierte Schulbildung. So werden Kinder zwar in den ersten Jahren meist zur Schule geschickt, aber sobald sie etwas älter sind, werden sie als Arbeitskräfte im Haushalt und auf dem Feld benötigt. So kommt es, dass die Analphabetenrate weit über dem indischen Durchschnitt liegt.

Schulklasse in Pramoddasguptanagar
Ein neues Schulgebäude
Die Dorfgemeinschaft in Pramoddasguptanagar bei Bodhgaya stellt der Schule nun ein Stück Land zur Verfügung. Zurzeit wird der Unterricht in der Lehmhütte eines der Bauern abgehalten. Für den Bau eines neuen Schulgebäudes sammelt die Schule jetzt Geld. Wir unterstützen sie dabei und bezuschussen außerdem die Lehrerhonorare und die Ausstattung mit Schulmaterialien. Zurzeit können etwa 40 Kinder am Unterricht teilnehmen. Nach dem Bau eines neuen Schulgebäudes könnten alle Kinder von Pramoddasguptanagar und den umliegenden Dörfern am Unterricht teilnehmen. Die Klassen können dann nach Altersgruppen geteilt werden und mit weiteren Lehrern unterrichtet werden. Daneben würde das Gebäude nachmittags und abends für andere Aktivitäten zur Verfügung stehen, wie z.B. für Kurse für Frauen oder für Gemeinschaftsveranstaltungen des Dorfes.

