Newsletter 04/2011


Liebe Leserin, lieber Leser,
 
dieses Mal musste ich nicht singen, zum Glück! Dabei hatte ich mich extra mental darauf vorbereitet, um nicht wieder mit dem Text von "der Mond ist aufgegangen" rum zu stottern, wie im letzten Jahr...
Im Februar hatte ich Gelegenheit, unser neues Projekt zu besuchen. Ich war ohnehin in Indien und habe eine Projektevaluierung für den Karuna Trust London durchgeführt.
 
  Mädchen im Hostel, zurück von der Schule
Der Besuch im Nihar Hostel außerhalb von Pune hatte wieder etwas leicht Beklemmendes. Zu wissen, dass alle Bewohner Kinder von Prostituierten sind, viele von ihnen HIV infiziert und viele von ihnen seit Beginn ihres Lebens traumatisiert, steht aber dann in einem überraschenden Gegensatz zu der fröhlichen Atmosphäre unter der Kindern selber. 

  
 

 

  
Ball spielen im Innenhof des Nihar Hostels

Im vergangenen Jahr hatte mir Dr. Manda Mune das Hostel gezeigt und ein Projekt für die älteren Mädchen vorgeschlagen. Dr. Mune ist schon länger für Karuna Deutschland aktiv (siehe auch „Starke Jungs“) http://www.karunadeutschland.org/node/76).
 

Das Nihar-Hostel besucht sie seit langem, kümmert sich ehrenamtlich um die kleinen und größeren Gesundheitsprobleme der Kinder. Das Schicksal der jungen Mädchen liegt ihr besonders am Herzen. Dr. Mune sagt: „es ist so schwer für die Mädchen, auf eigenen Füßen zu stehen, wenn sie das Hostel verlassen.

Vor allem, dass sie dann nicht wie ihre Mütter irgendwann in die Prostitution abrutschen, weil sie keine andere Möglichkeit mehr sehen“.


Vorbereitung zur Berufsausbildung

  beim Nähen von Stofftieren
Deshalb unterstützt Karuna Deutschland nun ein berufliches Training für die Jugendlichen. Die Mädchen lernen beruflich einsetzbare Fähigkeiten wie Nähen und Computerkenntnisse. Unter den Jugendlichen sind nur Mädchen, da die Jungen mit 12 Jahren in ein Jungen Hostel ziehen. Ich konnte beobachten, mit welcher Freude und Akribie die 16 Mädchen die Teddies nähen. Sie konnten am Ende kaum aufhören, wollten unbedingt weiter machen und entwickelten einen ganz ungewohnten Ehrgeiz. Die sechszehnjährige Rupali sagt mir: „ich bin sehr froh, dass ich Stofftiere nähen lerne. Wenn wir einige geschafft haben, können wir sie verkaufen. Es gefällt mir auch, dass wir alle hier zusammenarbeiten. Das lernen wir also auch.“
 
  
   im Gespräch mit Rupali und Ravina
Die Leiterin des Hostel, Sunita, sagt: „es erstaunt mich, dass die Mädchen so lange bei der Sache bleiben. Sonst bleiben sie nicht so lange sitzen. Auch dass sie so gut zusammen arbeiten und sich gegenseitig helfen, ist eine neue Erfahrung.“ Der Nähkurs wird an den Wochenenden fortgesetzt. In den Sommerferien schließt sich ein Computerkurs und ein Training für Büro-Assistenz an.


Mehr Fotos gibt’s hier: http://www.karunadeutschland.org/node/86
 
    Karuna ist stolz auf ihren Bären
 
 
 
 
 
 
 
 

Herzliche Grüße,
 
Susanne Traud-Dubois und das Team von
Karuna Deutschland e.V.

 
 

 
 

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