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Bildungs- und Aufklärungsprojekt in Pune
Mit Mitteln von Karuna Deutschland - also auch von Ihnen! - führen die Ärztin Dr. Manda Mune und ihr Team Workshops in einem Wohnheim für Jungen durch. Hier leben Kinder, die keine weiterführende Schule besuchen könnten, würden sie im Dorf bei ihren Familien bleiben. Oft ist der Weg zu weit zum Laufen und die Familie hat kein Geld für den Bus und die Bücher. Oft leben die Familien auch so beengt, dass die Kinder keine Ruhe zum Lernen haben, geschweige denn Unterstützung bei den Hausaufgaben.
Dr. Mune (li) mit einer Slumbewohnerin
Foto: Martin Dubois
Apartheid des indischen Kastensystems
Viele dieser Kinder kommen aus den untersten Schichten, viele sind Dalits, wie sich die früher als "Unberührbare" stigmatisierten Kasten heute nennen. Viele Dalits leiden auch heute noch unter der Apartheid des indischen Kastensystems, auch wenn dieses offiziell längst abgeschafft ist. Deshalb arbeiten wir in Indien schwerpunktmäßig mit Angehörigen dieser Schicht.
Bei unserem Besuch in Pune konnte ich mit Umesh (18 Jahre) sprechen, der seit vier Jahren im Wohnheim wohnt und in Pune zur Schule geht.

Umesch in Gespräch
Foto: K. Boon
?: Umesh, wie kommt es, dass du im Wohnheim lebst?
Umesh: Ich stamme aus einem kleinen Dorf 80 km von Pune entfernt. Dort hätte ich nicht lange zur Schule gehen können, denn meine Eltern sind ziemlich arm. Aber dann haben wir von einem Freund gehört, dass es hier diese Wohnheime von Karuna Trust gibt. Meine Eltern haben mich dabei unterstützt, mich zu bewerben. Und sie sind froh, dass ich hier leben und weiter lernen kann. Ich sehe sie so nur in den Ferien.
?: Haben viele Jungs aus dem Wohnheim an den Workshops teilgenommen?
Umesh: Ja, alle 77 Jungen. Das war sehr gut. Ich würde das jedem empfehlen, der die Möglichkeit dazu hat.
?: Worum ging es denn in den Workshops?
Umesh: Wir haben gelernt, genauer hinzuschauen, wie wir uns fühlen. Ich verstehe das jetzt besser und ich kann meine Emotionen jetzt auch ausdrücken, ohne gleich aggressiv zu werden. Wir haben Übungen gemacht, um besser miteinander umgehen zu können. Also reden und so, Kommunikation war ein wichtiger Teil. Wir haben auch gelernt, selbstbewußter zu sein, mehr Selbstvertrauen zu haben. Dass wir was schaffen können.
?: Was hat sich für dich seither verändert?

Umesch
Foto: K. Boon
Umesh: Ich weiß jetzt, dass ich mich entscheiden kann, wie ich reagiere. Früher war ich sehr jähzornig und habe viel Ärger deswegen gehabt. Ich musste sogar eine Klasse wiederholen weil ich so oft angeeckt bin. Jetzt kann ich mich besser kontrollieren. Ich finde, ich habe mehr Entscheidungsfreiheit und habe viel weniger Ärger mit anderen Kindern und den Lehrern als früher. Jetzt kann ich auch besser lernen.
?: Was willst du beruflich machen?
Umesh: Ich warte gerade auf die Ergebnisse meiner Abschlussprüfungen. Und hoffentlich sind sie gut genug, dass ich die 12. Klasse machen kann, um danach auf's College zu gehen. Ich möchte gerne Hotel Management studieren.
!: Viel Glück und Erfolg dabei!
Wir werden weitere Workshops in anderen Wohnheimen finanzieren, damit noch mehr Kinder in diesen Genuss kommen.

