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Früher Unberührbare, heute Buddhistinnen
Die "neuen Buddhisten" in Indien:
Soziale Arbeit und buddhistische Unterweisung für Frauen
Der Standort dieses Projektes ist Pune in Maharashtra, im ländlichen Zentralindien. Die Region ist ärmlich, sehr trocken und geprägt durch traditionelle Landwirtschaft. Durch den großstädtischen Charakter von Pune hat sich die Lebenssituation der Menschen dort gewandelt. Dennoch ist die Lage besonders für die ehemals Unberührbaren, die Dalits, immer noch sehr schwierig. Nach wie vor leiden diese unter Ausgrenzung und Gewalt durch höher stehende gesellschaftliche Gruppen und Kasten, besonders was den Zugang zu Bildung und wirtschaftlicher Teilhabe betrifft. Und auch in den Städten ist die Analphabeten-Quote unter den Dalit-Frauen unverhältnismäßig hoch. Oft ungebildet und arm ist ihr Status niedrig, häusliche Gewalt ist weitverbreitet und wird kaum hinterfragt.
Viele der Dalits, darunter natürlich auch viele Frauen, sind in den letzten Jahrzehnten zum Buddhismus konvertiert.
Dieser Akt mag für viele eher eine politische als eine spirituelle Aussage gewesen sein und geschah zudem in der Nachfolge ihres verehrten Oberhauptes, des Anwalts Dr. B. R. Ambedkar. Nach wie vor gibt es große Wissenslücken und Missverständnisse bei den sogenannten Neobuddhisten und einen großen Nachholbedarf. Viele sind noch nicht ganz in ihrer neuen Religion angekommen, die für gleiche Würde und Chancen für alle Menschen eintritt.
Auch Frauen haben den Wunsch, mehr von der buddhistischen Lehre zu erfahren, mehr über praktische Lebensbewältigung aus buddhistischer Sicht zu lernen. Doch es gibt nur sehr wenige Frauen, die den Dhamma, die buddhistische Lehre, vermitteln können und buddhistische Aktivitäten anbieten. Dabei sind reine Frauenaktivitäten meist die einzigen Veranstaltungen, an denen die indischen Frauen - aus Gründen der Schicklichkeit - teilnehmen dürfen.
Die Lebenssituation der ehemals Unberührbaren verbessern:
Hierzu unterstützte unsere Partnerorganisation in England, "Karuna Trust" in der Vergangenheit bereits verschiedene Projekte, wie Wohnheime für Kinder und Jugendliche, Computerkurse, Sparvereine und Theaterprojekte. Diese Projekte konnten vielen Familien zu einer besseren Lebensqualität verhelfen. Für die Frauen jedoch blieb all zu viel beim Alten. Sowohl die Unterdrückung durch das Kastenwesen als auch die traditionelle Geringschätzung von Frauen haben ihre Spuren hinterlassen und selbst mit guter Schulbildung fehlt vielen Frauen und Mädchen das Selbstvertrauen. Auch die engagiertesten und verhältnismäßig gut gebildeten Projektmitarbeiterinnen kamen immer wieder an ihre Grenzen, wenn Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein gefragt waren und es darum ging, eigene Projekte zu initiieren oder selbständig weiter zu führen.
Seit zehn Jahren unterstützt ein Team von westlichen, ehrenamtlichen Frauen diese Projekte mit dem ausdrücklichen Ziel, die indischen Frauen dahingehend zu "coachen", mehr Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit zu entwickeln. Im Jahr 2006 haben sich einige indische und fünf westliche Ordensfrauen des "Westlichen Buddhistischen Ordens" bzw. "Trailokya Bauddha Mahasangha Sahayaka Gana" aus der Region Maharashtra zusammengetan und den Verein ARYA TARA MAHILA TRUST (ATMT) gegründet.
Diese Hilfsorganisation hat es sich zum Ziel gemacht, indische Frauen und Mädchen dabei zu unterstützen, sich selbst zu helfen. Dazu gehört höhere wirtschaftliche und persönliche Autonomie und dadurch eine höhere Lebensqualität. Es soll vermittelt werden, Projekte und eigene Aktivitäten zu planen, zu organisieren und in Eigenverantwortung zu leiten.
Der Verein möchte Multiplikatorinnen unterstützen, Ausbildungen und Managementfähigkeiten zu erwerben, damit diese dann andere Frauen und Mädchen unterrichten können. Angehörige des "Westlichen Buddhistischen Ordens" bzw. "Trailokya Bauddha Mahasangha Sahayaka Gana" unterweisen zudem indische Frauen in der buddhistischen Lehre, halten Vorträge und führen Meditationszeiten durch.
Die Zeitschrift "Buddhismus Aktuell" berichtete im Januar 2008 über den Arya Tara Mahila Trust. Den Artikel können Sie hier downloaden.

